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Pufferspeicher

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Zum 1. Mai 2013 startet das neue Förderprogramm für Solarstrom-Speicher. Damit können Besitzer von Solaranlagen noch stärker auf Eigenverbrauch setzen und sich ein Stück unabhängiger machen von ihrem Stromanbieter.
Nach langem Hin und Her konnte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) endlich einen Erfolg verzeichnen: Der Bund wird von Mai an die Möglichkeit fördern, Solarstrom in Batterien im eigenen Haus zu speichern. „Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird zur Unterstützung der Energiewende im Jahr 2013 bei den von ihr selbst durchgeführten Programmen die Ausgaben selbst übernehmen“, sagt Jürgen Maaß, stellvertretender Pressesprecher des Umweltministeriums. Dies umfasse auch das neue Batteriespeicher-Förderprogramm, das am 1. Mai startet und über ein Startvolumen von 25 Millionen Euro verfügt.

Damit soll die Markteinführung von Batteriesystemen unterstützt werden. In einem Einfamilienhaus mit einer Photovoltaik-Anlage und einem geförderten Batteriespeicher im Keller können Verbraucher nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ihren externen Strombedarf um bis zu 60 Prozent reduzieren.

Kein Geld ohne Bedingungen
Doch das vollmundig verkündete Förderprogramm hat einen Haken: Alteigentümer schauen dabei mehrheitlich in die Röhre. Gefördert werden von der KfW nur neu errichtete Photovoltaik-Anlagen mit Solarstrom-Speicher sowie nachträglich installierte Solarstrom-Speicher für Photovoltaik-Anlagen, die nach dem 31. Dezember letzten Jahres in Betrieb genommen wurden und über ein halbes Jahr laufen. „Wird eine Photovoltaikanlage neu installiert, erhält deren Besitzer einen Zuschuss von bis 30 Prozent oder maximal 600 Euro pro Kilowattstunde Spitzenleistung (kWp) seiner Anlage , wenn er auch ein Speichersystem dazu kauft“, erklärt Michael Wieser, Vertriebsvorstand beim Solarspeicherhersteller Neovoltaik.
Ab dem 1. Juli 2013 soll es dann auch möglich sein, eine Förderung für bereits installierte Anlagen zu beantragen. „Eben für die, die nach dem 31.Dezember letzten Jahres installiert wurden und mindestens seit einem halben Jahr in Betrieb sind“, so Wieser weiter. Besitzer solcher Anlagen erhalten für das Nachrüsten eine finanzielle Unterstützung von maximal 660 Euro pro kWp. Für eine typische Fünf-Kilowatt-Solarstrom-Anlage mit passendem Speicher könne ein Endkunde somit eine Förderung von etwa 3000 Euro erhalten, rechnet Wieser vor. Gefördert werden Anlagenleistungen bis maximal 30 kWp.


KfW-Zuschuss 5-kWp-Lithium-System.

Im Beispielfall wird eine eine fünf kWp-Photovoltaik-Anlage mit einem Lithium-Batteriesystem kombiniert, dass bis zu 3,3 kWh Strom speichern kann.

Kosten der Gesamtinstallation: 19 500 Euro.
Anschaffungskosten der PV-Anlage pro kWp: 1600 Euro
Kosten des Speichers: 19 500 Euro – 8 000 Euro = 11 500 €

KfW-Fördersatz: 11 500 Euro :
5 (kWp) x 0,3 = 690 Euro
Gefördert werden jedoch
maximal 600 Euro je kWp.
Gesamtförderung: 5 (kWp) x 600 Euro =3.000 Euro Speicher-Zuschuss vom Staat.


Experten sehen noch weitere Vorteile in der neuen Förderung: „Die Solarstromspeicher entlasten die Stromnetze, indem sie die Einspeisung ins Netz vom Zeitpunkt der Stromerzeugung entkoppeln. Sie tragen damit dazu bei, eine gleichmäßige Spannung und Frequenz im Stromnetz zu halten und übernehmen damit wichtige Aufgaben für das Netzmanagement“, erklärt Professor Bernd Engel, Netzexperte der TU Braunschweig. Durch die Batteriespeicher für Solarstrom könnten Spitzen in der Stromproduktion um bis zu 40 Prozent reduziert und die Aufnahmefähigkeit der Netze ohne zusätzlichen Ausbau gesteigert werden. Zu diesem Schluss kommt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in einer aktuellen Studie.

Speicher für Solarstrom sind gerade erst im Kommen. Glaubt man den Ankündigungen der Branche, werden bis Ende des Jahres werden in Deutschland rund 70 verschiedene Speichersysteme von knapp 30 Herstellern zu kaufen sein. Dabei dominieren zwei Akku-Technologien das Angebot. Zum einen stehen die seit längerem erprobten Blei-Säure- und Blei-Gel-Akkus zur Verfügung. Die Hoffnungen der Branche ruhen aber vor allem auf den noch relativ neuen Lithium-Ionen-Akkus.

„Im Vergleich zu Blei-Batteriesystemen verfügen Lithium-Batterien über eine längere Lebensdauer“, so Julia Kowal, Oberingenieurin am Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe in Aachen. „Die Zahl der Entladungszyklen ist einfach um ein vielfaches höher.“ Das gilt auch für die sogenannte Entladungstiefe. Bei den Lithium-Systemen liegt diese bei maximal 90 Prozent, bei den Bleisystemen sind es gerade mal 50 Prozent.

Weiterer Vorteil: Die Lithium-Batterien sind kleiner und benötigen weniger Platz. Doch es gibt auch Nachteile: „Da bei den Lithium-Systemen viel kostspieligere Materialien zum Einsatz kommen, sind diese auch sehr viel teurer als Blei-Akkus“, so Kowal. Wer genügend Platz im Keller habe, sollte daher darüber nachdenken, ein Blei-Batteriesystem zu verwenden, das er dann eben öfter austauschen muss. „Das ist immer noch günstiger als ein Lithium-Batteriesystem“, so die Expertin.

Vom Gleich- zum Wechselstrom

Ein weiterer wesentlicher Unterschied bei den Speichersystemen besteht darin, in welcher Form sie den Strom speichern. Grundsätzlich produzieren Solaranlagen Gleichstrom, Haushaltsgeräte sind jedoch auf Wechselstrom ausgelegt. Ein so genannter Wechselrichter wandelt deshalb den produzierten Gleichstrom in Wechselstrom um. Dabei geht immer etwas Strom verloren. Neuartige Batteriesysteme können den Gleichstrom deshalb unmittelbar nach der Produktion auf dem Dach speichern. Damit entfallen unnötige Umwandlungen.

Fazit: Der Anteil des selbst verbrauchten Solarstrom kann durch Speichersysteme nach Ansicht von Experten mehr als verdoppelt werden, ohne dass die Bewohner eines Einfamilienhauses ihre Gewohnheiten wesentlich ändern müssen. Wenn man berücksichtigt, dass die Stromerzeugungskosten mit einer PV-Anlage mittlerweile zwischen 12 und 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) liegen, der Versorger aber Preise zwischen 25 und 30 Cent abrechnet, kann sich die Anschaffung eines Batteriespeichers also durchaus lohnen.
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